Fragmente – Teil 134

Schneegestöber hinter geschlossenen Fenstern beobachten. An warme Heizkörper schmiegen und sich nur vorstellen, wie kalt es draußen denn sein mag. Ein kleiner Ausschnitt nur, den die verglasten Fenster in die triste Welt da draußen, oben der grau verschleierte Himmeln, flankiert von beigen pröckelnden Häuserfassaden und einen Innenhof der keine Helligkeit mehr sieht und irgendwo im Sumpf aus Schatten und spreckelnden Schneeflocken endet.

Den Tag darauf lässt Tauwetter nichts mehr darauf schließen, dass noch Stunden zuvor die weiße Schneeschicht alles unter sich begraben hatte. Im matschig weichen Schnee spiegeln sich die vereinzelten Sonnenstrahlen und die kalten Windböen sind ebenso vergangen, wie das Kitzeln der Flocken – zumindest stelle ich mir das vor. Im eingeschränkten Winkel der Fenster sieht man wie tags zuvor nur den Himmel, das ewig gleiche Gemäuer und das Schmelzwasser, dass sich seinen Weg über Dachrinnen und Ableitungen nach unten bahnt.

Wie immer. Winter, Frühling, Sommer und Herbst. Derselbe Ausschnitt. Ewigkeit und Dauer. Zustand und Perspektive.

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